Pressemitteilung #01

12. Mai 2009

betr. Kulturpolitik / kulturelles Gedächtnis

Eine Information der Kulturpolitischen Gesellschaft

kultur.macht.geschichte - 5. Kulturpolitischer Bundeskongress über „Kulturpolitik und kulturelles Gedächtnis“

Bundestagspräsident Norbert Lammert eröffnet den fünften Kulturpolitischen Bundeskongress. Weitere Redner und Diskutanten an den Kongresstagen u.a.: Dieter Baretzko, Werner Durth, Karin Göring-Eckardt MdB, Lutz Hachmeister, Hans Walter Hütter, Volkhard Knigge, Pius Knüsel, Gottfried Korff, Lisa Kosok, Hans Ulrich Reck, Martin Sabrow, Thomas Sternberg MdL, Wolfgang Thierse MdB, Dorothee Wierling, Werner Sewing und Harald Welzer.

Mit einem Vortrag zum Thema „Zukunft braucht Erinnerung“ eröffnet Bundestagspräsident Norbert Lammert am 11. Juni 2009 in Berlin den fünften Kulturpolitischen Bundeskongress zum Thema „Kulturpolitik und kulturelles Gedächtnis“.

Offensichtlich gibt es ein neues Interesse an Geschichte. Im aktuellen Jahr zeigt sich dies an den zahlreichen Jubiläen und Gedenkfeiern. Die Termine reichen von der Erinnerung an den Fall der Mauer vor zwanzig Jahren über die Gründung der beiden deutschen Staaten im Jahr 1949 und das Geburtsjahr von Friedrich Schiller vor 250 Jahren bis hin zur Varusschlacht vor 2000 Jahren.

 

Keine Fachpolitik hat so viel mit Geschichte und Geschichtsvermittlung zu tun wie die Kulturpolitik. Historische Museen, Denkmäler und Gedenkstätten, Archive und Bibliotheken, Jubiläen und Gedenktage und die Pflege des kulturellen Erbes allgemein sind in der Regel hier ressortiert. Kulturpolitik prägt wesentlich die Geschichtspolitik. Derzeit ist sie mit zwei zentralen Herausforderungen konfrontiert:

Mit dem fortschreitenden Einigungsprozess Europas verbindet sich auch die die Verständigung über ein neues, europäisches Geschichtsbild. Zugleich wird die Frage immer drängender, wie das kulturelle Gedächtnis in Einwanderungsgesellschaften geprägt wird. Ist es gerade in Einwanderungsgesellschaften notwendig, sich von überkommenen Mythen zu lösen und eine nach vorne gerichtete Erzählung – eine Art europäischer »American Dream« – zu konstruieren?

Diesen und anderen Fragen wird der Bundeskongress in sieben Plenarsitzungen und zehn Foren nachgehen. Im Fokus steht dabei neben der Frage nach dem Interesse in der Geschichtspolitik („Welche Erinnerung, wessen Geschichte?“) die „Perspektive Europa“, die Rolle der Erinnerung im Städtebau und zahlreiche Einzelaspekte vom Kulturtourismus über die Bedingungen kommunaler Geschichtsarbeit bis zur Rolle der Medien im Geschichtsdiskurs.

Prof. Dr. Oliver Scheytt, Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft und Mitveranstalter des Bundeskongresses: „Die systematische Reflexion von Geschichtspolitik hat sich in der deutschen Kulturpolitik. Deutschland noch lange nicht etabliert. Der verdienstvolle Bericht der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags zu »Kultur in Deutschland« hat dieses Thema z.B. kaum behandelt. Wir wollen auch deutlich machen, dass der europäische Einigungsprozess ein europäisches Geschichtsbewusstsein voraussetzt. Gerade Deutschland trifft in dieser Frage eine historische Verantwortung.“

Weitere Informationen unter www.kultur-macht-geschichte.de[Internal]

Rückfragen: Wolfgang Hippe 0221/545048

Email: info@art-recherche.de

Der fünfte Kulturpolitische Bundeskongress „kultur:macht:geschichte. Kulturpolitik und kulturelles Gedächtnis“ findet am 11. und 12. Juni 2009 in Berlin statt. Eröffnet wird er traditionell am 10. Juni mit einer Veranstaltung in der Landesvertretung NRW.

Er wird organisiert von der Kulturpolitischen Gesellschaft und der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Kooperation mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI).

Der Kongress wird durch den Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und den Hauptstadtkulturfonds gefördert.

Die Kulturpolitischen Bundeskongresse haben bisher jeweils eine Kernaussage und Botschaft formuliert: Kunst gehört ins Zentrum der Kulturpolitik (2001); die Zukunft der Kulturpolitik ist interkulturell (2003); Kulturpolitik muss stärker nachfrageorientiert agieren (2005); Kulturpolitik muss sich stärker europäisch ausrichten (2007). Diese Forderungen und die ihnen zugrunde liegenden Befunde und Problemanalysen haben in den letzten Jahren den kulturpolitischen Diskurs in Deutschland wesentlich beeinflusst. In diesem Jahr geht es darum, die Kulturpolitik an ihre geschichtspolitische Verantwortung zu erinnern.